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Wie ich heute ChatGPT oder MS Copilot für Verhandlungen nutzen kann
Geschrieben von:  Frank Sundermann | | Geschätzte Lesezeit 6 Minuten

Wie ich heute ChatGPT oder MS Copilot für Verhandlungen nutzen kann

Vielmehr wollen wir eine Frage aufgreifen, die ein Kunde kürzlich an uns herangetragen hat:

Wie können ChatGPT, MS Copilot & Co. dabei helfen, Verhandlungen besser vorzubereiten – damit am Ende in der echten Mensch-zu-Mensch-Verhandlung mit dem A- oder B-Lieferanten ein besseres Ergebnis herauskommt?

Und zwar ohne zusätzliche Software, aufwendige Implementierung oder großes IT-Projekt. Im Prinzip also: ready to go.

Diese Frage haben wir gerne aufgegriffen. Nachfolgend einige Use Cases, die sich schon heute relativ einfach umsetzen lassen:

1. Lieferantenprofile in wenigen Minuten erstellen

Wer kennt es nicht? Morgen steht die Verhandlung an und eigentlich müsste man sich noch einmal genauer mit dem Lieferanten beschäftigen.

Mit einem Prompt wie „Stelle mir ein umfassendes Profil zur Firma XY zusammen und liste mir die relevanten Meldungen der letzten sechs Monate auf.“ lassen sich mit ChatGPT oder MS Copilot innerhalb kurzer Zeit zahlreiche Informationen zusammentragen: Unternehmensgröße, Standorte, Produkte, wirtschaftliche Entwicklung, aktuelle Meldungen oder mögliche strategische Veränderungen.

Je nach öffentlich verfügbaren Informationen kann das sogar für den eigentlichen Verhandlungspartner funktionieren.

Ich habe es natürlich mit meinem eigenen Profil ausprobiert: Das von ChatGPT erstellte Profil passte auf jeden Fall erstaunlich gut.

2. Daten analysieren und Preisauffälligkeiten finden

KI ist sehr gut darin, Muster zu erkennen. Und genau das lässt sich für die Verhandlungsvorbereitung nutzen.

Ein Beispiel ist Linear Performance Pricing (LPP). Ich kann der KI entsprechende Preis- und Produktdaten zur Verfügung stellen und analysieren lassen, welche Artikel im Vergleich besonders teuer oder günstig erscheinen.

Noch interessanter wird es bei großen Datenmengen. Bei einigen Tausend Bestellpositionen kann beispielsweise die Aufgabe lauten „Liste mir alle Artikel auf, bei denen der Einkaufspreis innerhalb der letzten zwölf Monate um mehr als 10 % variiert.“ Damit wird aus einer großen Excel-Tabelle relativ schnell eine konkrete Liste möglicher Diskussionspunkten mit dem Lieferanten.

3. Marktentwicklungen als Argumentationsbasis nutzen

Auch für Marktanalysen können ChatGPT und MS Copilot mittlerweile sehr hilfreich sein.

Mit „Deep Research“ bei ChatGPT bzw. „Vertiefte Analyse“ bei MS Copilot lassen sich Marktberichte erstellen, die beispielsweise historische Preisentwicklungen, aktuelle Markttreiber und mögliche zukünftige Entwicklungen zusammenführen.

Besonders spannend wird es, wenn daraus eine laufende Marktbeobachtung wird.

So kann ChatGPT beispielsweise über die neue Funktion „geplant“ regelmäßig prüfen, ob ein bestimmter Rohstoffpreis einen definierten Schwellenwert unterschreitet – etwa: „Benachrichtige mich per Mail, sobald der LME-Aluminiumpreis unter 3.000 USD/t fällt.“

Damit muss ich den Markt nicht mehr permanent selbst beobachten, sondern kann gezielt reagieren, wenn eine für meine Verhandlung relevante Situation eintritt.

 4. Cost Break Downs plausibilisieren

Auch bei Cost Break Downs kann KI eine erste Einschätzung liefern.

Wichtig ist allerdings, den Prompt nicht zu allgemein zu formulieren. Je genauer die Angaben zu Material, Gewicht, Stückzahl, Fertigungsverfahren, Herkunftsland oder Losgröße sind, desto brauchbarer wird das Ergebnis. Aktuell kann beispielsweise auch der Energieanteil eines Produktes interessant sein. Gerade geopolitische Konflikte und steigende Energiepreise werden von Lieferanten gerne als Begründung für Preiserhöhungen herangezogen.

Dann sollte der Einkauf zumindest abschätzen können, ob eine Erhöhung der Energiekosten um 20 % tatsächlich eine Preiserhöhung des gesamten Bauteils um 8 % rechtfertigt.

Oft lautet die Antwort: eher nicht.

5. Eine Verhandlungsstrategie entwickeln

Jetzt wird es richtig interessant.

Mit unserem Prompt-Generator für Verhandlungen oder unserem klassischen Verhandlungsplaner lassen sich der KI auf einen Schlag zahlreiche Hintergrundinformationen zur Verfügung stellen. Auf dieser Basis kann die KI eine erste Verhandlungsstrategie entwickeln.

Diese muss man nicht einfach übernehmen. Viel interessanter ist es, sie im Dialog weiterzuentwickeln: Welche Argumente wird der Lieferant bringen? Wo liegen meine stärksten Hebel? Welche Zugeständnisse sollte ich erst spät machen? etc.

So wird aus ChatGPT oder MS Copilot eine Art digitaler Sparringspartner für die Verhandlungsvorbereitung.

Auszug aus dem Erarbeiten einer Verhandlungsstrategie mit ChatGPT
Auszug aus dem Erarbeiten einer Verhandlungsstrategie mit ChatGPT

6. Die Verhandlung vorab simulieren

Und warum nur vorbereiten?

ChatGPT und MS Copilot können auch direkt in die Rolle des Lieferanten schlüpfen und den späteren Verhandlungspartner simulieren.

Ich kann der KI beispielsweise vorgeben:

„Du bist der Key Account Manager meines Lieferanten. Du forderst eine Preiserhöhung von 8 %, bist sehr verhandlungserfahren und sollst deine Forderung möglichst konsequent durchsetzen. Ich übernehme die Rolle des Einkaufsleiters.“

Dann beginnt die Verhandlung. Besonders interessant wird dies, wenn man nicht tippt, sondern den Sprachmodus nutzt. Damit kommt die Simulation einer realen Verhandlung schon deutlich näher.

Etwas fortgeschrittener ist hier die Lösung von Voice2Evolve®, bei der direkt auf ein Repertoire unterschiedlicher Charaktere und Verhandlungsfälle zurückgegriffen werden kann.

KI ersetzt nicht den Verhandler – aber sie macht ihn besser vorbereitet

Diese Liste ließe sich problemlos um weitere Use Cases ergänzen. Der entscheidende Punkt ist für mich jedoch ein anderer: ChatGPT und MS Copilot werden die persönliche Verhandlung mit dem Lieferanten nicht ersetzen, gerade bei wichtigen Lieferanten. Aber sie können dafür sorgen, dass ich deutlich besser vorbereitet in diese Verhandlung gehe. Und genau dort liegt heute der große praktische Nutzen. Denn am Ende sitzen immer noch zwei Menschen am Tisch. Der Unterschied ist nur: Einer von beiden hat sich vielleicht vorher mit KI vorbereitet.

Wer die beschriebenen Use Cases im Detail kennenlernen, selbst ausprobieren und die passenden Promptvorlagen direkt mitnehmen möchte, kann sich gerne für unser Training

„Nutzen von ChatGPT oder MS Copilot für Verhandlungen“ am 02.10.2026 anmelden.

Bild: Generiert mit ChatGPT

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