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Dress-to-Impress: Der Einkauf macht sich schick
Geschrieben von:  Benedikt Tschorn | | Geschätzte Lesezeit 4 Minuten

Dress-to-Impress: Der Einkauf macht sich schick

Nein, wir sind nicht unter die Mode-Blogger gegangen. Dies wird auch kein Hinweis auf die neueste Anzugkollektion von BOSS oder andere, in der man so wunderbar Preisverhandlungen selbst im Hochsommer schwitzfrei überleben kann. Wir bleiben treu beim Thema „Einkauf und Beschaffung“.

Aber warum der Aufmacher mit „Mode“ und „schick“? Seien wir mal ehrlich: Die bestehenden Lieferantenkapazitäten sind dicht. Aus ehemals „Lieferantenreduzierung“ ist längst „neue Lieferanten verpflichten“ geworden, um möglichst das eigene Wachstum mit Kapazitäten von außen abzusichern. So werden aus „austauschbaren Teilefertigern“ plötzlich „wertgeschätzte Partner“, die bei Laune gehalten werden wollen. Tektonische Verschiebungen von Einkaufsstrategien in Zeiten von Materialknappheit. Was spricht dann also dagegen „etwas Schminke aufzutragen“ und das eigene Unternehmen in das bestmögliche Licht für Lieferanten zu rücken?

Während noch vor wenigen Monaten der Lieferant stets bemüht war seine (subjektiv betrachtet) Schokoladenseite zu zeigen, gibt es heute bereits diverse Bechaffungsmärkte, deren Produzenten teils nicht einmal mehr eMails beantworten. So kommt es, dass wir Einkäufer nun (vielleicht erstmalig) den Lippenstift ansetzen oder die Puderdose öffnen müssen, um das eigene Unternehmen dem Lieferantenmarkt bestmöglich zu präsentieren. Wer bisher mit Kosmetik wenig Berührung hatte, für den sind dies neue Wege.

Hier drei erste Schminktipps:

  • Am Tropf von VW hängen? Nicht mit Ihnen. Sie stehen als Unternehmen mit weitgestreutem Abnehmerportfolio immer noch gut da, wenn andere monopolistisch in die Knie gehen.
  • In die Zukunft investieren? Sie sind der richtige Partner für den Lieferanten, da Sie die Zukunftsmärkte wie e-Mobilität und Additive Manufacturing klar adressieren. Wer mit Ihnen geht, der wächst.
  • Auf der BAUMA in China? Sie machen es möglich für Ihre Kunden und nehmen den Lieferanten mit auf den Stand. Neue Märkte, neue Kunden, wer will das nicht.

Es gibt aber auch genügend andere Möglichkeiten, dem Lieferanten die Zusammenarbeit zu erleichtern. Gerade im produzierenden Gewerbe sind die meisten Lieferanten an langfristigen Partnerschaften interessiert. Dies gilt nicht mehr nur für Hochtechnologie oder Entwicklungsprojekte, sondern auch für Teilefertiger wie z.B. aus dem Bereich der Zerspanung. So kann der Lieferant von Ihren Erfahrungen des Aufbaus eines Auslandsstandortes profitieren oder von Ihren umgesetzten LEAN-Projekten, die er sich alleine nicht leisten kann. Auch die Weitergabe von Einkaufskonditionen kann ein Pluspunkt sein, bei der sich die Partnerschaft in barer Münze auszahlt.

Wer als Kunde dafür sorgt, dass die Angebotserstellung dem Lieferanten so einfach wie möglich von der Hand geht, kann klar punkten. Die digitale und vor allem softwaregestützte Bereitstellung von Artikeldaten ist daher heute ein Muss. Sauber aufbereitete Anfragedaten als 3D-Modelle, die der Lieferant nur noch einlesen muss, erleichtern die Kalkulation und reduzieren Fehlerquellen für die spätere Fertigung des Bauteils.

Nachfolgende Punkte tragen auch dazu bei, dass Sie als Unternehmen „attraktiv“ wahrgenommen werden:

  • Langfristige Rahmenabrufaufträge (auch länger als nur 12 Monate) im Sinne der eigenen Risikominimierung und Zusicherung von Abnahmemengen. Der Lieferant kann so mit Ihnen planen und Ihre Bedarfe langfristig berücksichtigen.
  • Möglichkeiten der digitalen Auftragsabwicklung und Rechnungsstellung zur Verfügung stellen und ggf. auch den Lieferanten diesbezüglich unterstützen. Das schafft bei ihm Kapazität für andere Aufgaben.
  • Nutzen Sie eigene Logistikdienstleister, die Ihre Ware abholen? Das erspart seinem Backoffice Arbeit bei der Beauftragung und Abrechnung mit den Logistikern.
  • Klare Verpackungsvorschriften, die prägnant und einfach umzusetzen sind. So gibt es keine Rückfragen und die Ware kommt unbeschädigt an.

Dies passt natürlich nicht auf alle Märkte und Branchen, aber generell ist somit ein erster Schritt in Richtung „Schminke auflegen“ getan.

Für weitere Tipps kommen Sie auf mich zu. Ich freue mich auf ein Gespräch, auch ganz ohne Dress-to-Impress.

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