Selber denken macht schlau
Wir beklagen, dass die Jugendlichen heutzutage nur noch in ihr Handy schauen. Stundenlang werden dort Beiträge auf TikTok oder Instagram durchgescrollt oder Nachrichten von Freunden bei WhatsApp gecheckt, ohne denjenigen einmal anzurufen, geschweige denn zu treffen.
Ja, ja, diese verdorbene Generation Z: handysüchtig, konfliktscheu und nicht mehr in der Lage, Polemik von Informationen zu unterscheiden. Meine Meinung dazu ist, dass wir, also die Babyboomer, Generation X etc., uns selbst an die Nase langen müssen. Denn wenn ich in der Bahn oder am Flughafen links und rechts von mir schaue, dann sieht es nicht viel besser aus. Dort haben inzwischen auch einige einen Reflex entwickelt, dass sie alle 3 Minuten aufs Handy schauen müssen, selbst in 10.000m Höhe ohne Internet-Verbindung.
Und gemäß dem Motto „selber denken macht schlau“ möchte ich Ihnen 5 Buchtipps an die Hand geben, die ich in den letzten Jahren gelesen habe und die mich zum Nachdenken angeregt haben. Los geht‘s!
Daniel Kahnemann:
Schnelles Denken, langsames Denken
Der Klassiker, wenn es um das Thema „Denken“ geht. Kahnemann unterscheidet zwischen zwei Denkmodi: dem intuitiven, schnellen Denken und dem reflektierenden, langsamen Denken. Meist neigen wir dazu, nach der erstgenannten Version zu denken, weil es so schön energieschonend für das Gehirn ist und wir uns nur abgespeicherter Muster bedienen, welche Vorurteile im wahrsten Sinne des Wortes sind. Nachdem ich das Buch vor Jahre gelesen hatte, habe ich für mich den Begriff „nachrationalisieren“ geschaffen. Wir Menschen gehen gerne hin, entscheiden schnell aus dem Bauch heraus und können dann stundenlang Argumente nachliefern, weswegen die Entscheidung rational so richtig ist.
Matze Hielscher:
Die Schule meines Lebens
Der eine oder andere hat sicherlich schon mitbekommen, dass ich ein Fan des Podcast „Hotel Matze“ bin, den wir in unserem Newsletter auch schon vorgestellt haben. „Die Schule meines Lebens“ ist die Buchform davon. Hier hat Matze Hielscher die Interviews noch einmal aufbereitet unter dem Gesichtspunkt „Was lerne ich daraus?“. Dunja Hayali, Wolfgang Joop, Frank Elstner und andere haben aus ihrem Leben spannende Geschichten erlebt und für sich Rückschlüsse gezogen, die einem selber weiterhelfen können, auch wenn man kein Star von ihnen ist.
Rolf Dobelli:
Die Kunst des klaren Denkens
Wir ach so schlauen Menschen erliegen häufig Denkfallen, die wir uns selber stellen. Rolf Dobelli hat 52 davon in seinem Buch aufbereitet und in kleine amüsante Geschichten von wenigen Seiten gepackt, die man gut vor dem Schlafengehen oder am Gate im Flughafen lesen kannSo wird z.B. die „Sunk cost“-Denkfalle anhand von jungen Eltern aufbereitet, die sich einen netten Abend mal wieder gönnen wollen, die sich im Kino weiterhin den schlechten Film ansehen, nur weil sie den teuren Eintritt bezahlt haben. Oder wie uns auch in der Geschichte zu Max Planck Chauffeur-Wissen beeindrucken kann, wenn wir der Denkfalle erliegen, dass wir prominenten Menschen eher glauben.
John Strelecky:
Wenn du Orangen willst, suche nicht im Blaubeerfeld
Der eine oder andere kennt John Strelecky über seinen Bestseller „Das Café am Rande der Welt“. In diesem Buch hat er seine gesammelten Aha-Erlebnisse in kurze Geschichten gepackt, die gut zu lesen sind. Es geht um Fragen wie: Wie erkenne ich meine persönlichen Ziele? Wie kann ich meine Träume verwirklichen? Wie lassen sich Widerstände überwinden? Was ist mir wirklich wichtig? Ich habe das Buch gerne morgens beim Müsli essen gelesen, um mir für den Tag eine Anregung zu holen. Aber bitte dies nicht so machen, wenn noch andere Personen am Frühstückstisch sitzen.
Arnold Schwarzenegger:
Be useful
Ich habe nie „Conan, der Barbar“ gesehen und meide Fitness-Studios. Aber die Biographie von Arnie ist absolut spannend. Denn er hat sich in seinem Leben mehrfach neu erfunden als Bodybuilder, Schauspieler oder Politiker. Was ich dabei beeindruckend finde, ist die Art, wie mit welcher Zielstrebigkeit er seine neuen Ziele angeht. Das wird in diesem Buch schon ganz gut ausgeschmückt im American-Style. Aber es geht ja nicht darum, dass wir jetzt der bestbezahlteste Schauspieler werden, sondern uns vielleicht nur eine Scheibe davon abschneiden für unseren eigenen Weg.
Vielleicht haben meine Beschreibungen Appetit auf mehr gemacht. Und natürlich gibt es diese Bücher auch in der Online-Version, so dass Sie ihr geliebtes Handy doch nicht aus der Hand legen müssen. Viel Spaß beim Lesen!
P.S.: Wer für mich einen Buchtipp hat, kann mir diesen gerne zusenden. Denn in 2026 gibt es noch genug Zeit, ein gutes Buch zu lesen, dass Denken anregt.