Wieso Interim?
In letzter Zeit lese ich immer wieder Posts und Artikel darüber, wo die Unterschiede zwischen Berater und Interimsmanager liegen. Ich selbst sehe da keinen großen Unterschied, da Berater auch umsetzen und Interims auch beraten sollten. Der entscheidende Unterschied liegt meines Erachtesn jedoch darin, wieso sie zum Einsatz kommen. In den letzten Jahren haben wir viele Interimsprojekte betreut und wir sehen vor allem die folgenden Gründe:
1. Überbrückung bis zur erfolgreichen Nachbesetzung
Der absolute Klassiker im Interimsgeschäft. Eine Fach- oder Führungskraft hat das Unternehmen verlassen oder ist längerfristig erkrankt und man findet so schnell keinen Ersatz. Diese Lücke kann dazu führen, dass weitere Fachkräfte kündigen, weil die Arbeitslast zu groß wird oder sie sich ohne Führung orientierlos fühlen.
2. Zeitlich begrenzte fehlende Kapazitäten
Ein weiter Klassiker: die Arbeit wird nicht weniger und man schafft es einfach nicht mehr mit dem vorhandenen Team. Wir erleben dies aktuell bei Unternehmen im Bereich Defence, die einen hohen Auftragseingang haben, der auch einkaufsseitig abzuarbeiten ist (z.B. Projekteinkäufer). Entweder muss man dann Priorisieren und Tätigkeiten weglassen oder falls das nicht geht, einen Interimsmanager nutzen.
3. Fehlendes Know-how
Interimsmanager sind i.d.R. Personen, die viel Erfahrung und Wissen mitbringen. Aus diesem Grunde werden Sie häufig bei Aufgaben eingesetzt, bei denen das vorhandene Team nicht das notwendige Know-how hat. Beispiele sind neben Warengruppen, die nur alle X Jahre ausgeschrieben werden, auch anspruchsvolle Verhandlungen mit Schlüssellieferanten oder die Neuausrichtung der Einkaufsorganisation. Dies kann man gut mit Trainings kombinieren, damit das Team die Aufgaben zukünftig selbst übernehmen kann.
4. Kostenoptimierung und Einsparprogramme
Kostenoptimierung ist aktuell eines der wichtigsten Themen im Einkauf. Und da diese Einsparungen i.d.R. sehr schnell benötigt werden, macht es durchaus Sinn, zur Unterstützung einen Interimsmanager einzusetzen. Gerade wenn es internes Konfliktpotenzial gibt (Einkauf vs. Technik oder Logistik), kann ein Unabhängiger von Vorteil sein, da dieser unvorbelastet das Thema angehen kann.
5. Einkaufsprojekte mit hohem Zeitdruck
Jeder kennt das: Es wird ein neues ERP-System eingeführt und gleichzeitig laufen auch noch mehrere weitere große Projekte. Auch hier könnte man natürlich priorisieren und sich auf 12 Projekte konzentrieren - die Realität sieht aber leider meist anders aus. Damit die Projekte auch erfolgreich umgesetzt werden können, lohnt es sich einen Interimsmanager einzusetzen.
6. Unterstützung des Lieferanten
Manchmal liegen die Gründe für fehlende Teile oder mangelhafte Produktqualität auch beim Lieferanten. Somit kann es auch Sinn machen, für eine begrenzte Zeit einen Interimsmanager dem Lieferanten zur Seite zu stellen, damit dieser ihn unterstützt, die Lieferprobleme in den Griff zu bekommen oder die Reklamationen signifikant zu senken. Was in der Automobilbranche inzwischen gang und gäbe ist, kann auch für andere Branchen Sinn machen.
Prüfen Sie für sich, welche oder obigen Gründe für Sie zutrifft und treten Sie gerne mit uns in Kontakt.
Titelbild: Generiert mit ChatGPT