Aufschubkonto beim Zoll: Mehr Liquidität, weniger Aufwand für den Einkauf
Wer Waren aus Drittländern einkauft, sollte ein eigenes Aufschubkonto („Laufender Zahlungsaufschub“) beim deutschen Zoll prüfen. Es verschiebt die Zahlung von Einfuhrabgaben, verbessert die Liquiditätsplanung und schafft mehr Transparenz im Importprozess. Statt Zoll und Einfuhrumsatzsteuer direkt bei der Überlassung der Ware zu zahlen oder durch den Spediteur „vorfinanzieren“ zu lassen, werden die Abgaben über das eigene Aufschubkonto gesammelt und später eingezogen. Das Konto kann für Zölle, Einfuhrumsatzsteuer oder beide Abgabenarten genutzt werden.
Grundlage ist der laufende Zahlungsaufschub nach Art. 110 Buchstabe b UZK.
Liquidität gezielt nutzen
Bei der Einfuhrumsatzsteuer ist der Vorteil besonders deutlich: Sie wird grundsätzlich erst am 26. Tag des zweiten auf die Einfuhr folgenden Kalendermonats fällig. Eine Einfuhr im Januar führt damit regelmäßig erst Ende März zur Zahlung der EUSt.
Das entlastet den Cashflow und erleichtert die Finanzierung des Wareneinkaufs. Gerade bei regelmäßigen Importen oder hohen Warenwerten schafft dies spürbaren finanziellen Spielraum.
Weniger Kosten und Rechnungen
Auch wenn die Verzollung vollständig über einen Spediteur oder Zollagenten läuft, kann das importierende Unternehmen ein eigenes Aufschubkonto nutzen. Der Dienstleister meldet die Einfuhrabgaben dann über das Konto des Importeurs an; die eigenen Aufschubkontodaten müssen in der Einfuhranmeldung angegeben werden.
Dadurch muss der Spediteur Einfuhrabgaben häufig nicht mehr „vorfinanzieren“. Auslagenpauschalen, Vorfinanzierungsprovisionen („Finance Fees“) können dadurch vermieden werden. Diese Gebühren liegen häufig bei 2 % - 8 % auf die Einfuhrabgaben.
Zudem sinkt der administrative Aufwand: Statt viele Einzelabrechnungen für verauslagte Abgaben zu prüfen und zu buchen, werden die Abgaben über das Aufschubkonto gebündelt abgewickelt. Das bedeutet weniger Rechnungen, weniger Buchungen und weniger Abstimmungsaufwand zwischen Einkauf, Logistik und Finanzbuchhaltung.
Vorteile im Überblick
Mehr Transparenz beim Import
Die Kontoauszüge ermöglichen einen strukturierten Abgleich der belasteten Einfuhrabgaben mit den jeweiligen Einfuhrvorgängen und Zollanmeldungen. So lassen sich unter anderem Zollwert, Zollsatz, Zolltarifnummer, Präferenzbegünstigungen und Einfuhrumsatzsteuer besser kontrollieren.
Für den Einkauf werden Importkosten nachvollziehbarer, Abweichungen schneller sichtbar und die Abrechnungen externer Zollvertreter einfacher überprüfbar.
Fazit für Einkäufer
Ein eigenes Aufschubkonto ist mehr als ein Zahlungsinstrument: Es verbessert die Liquidität, reduziert mögliche Vorfinanzierungskosten, vereinfacht die Buchhaltung und stärkt die Kontrolle über Importabgaben.
Wir unterstützen Sie bei der Beantragung eines Aufschubkontos, der Abstimmung mit Ihren Zollvertretern und der Einrichtung praxistauglicher Abläufe. Kommen Sie gerne auf uns zu unter infonothing@durchdenkenvorne.de mit dem Stichwort „Aufschubkonto“.