JUNGs Einkaufswelt #06 Hoffnung ist keine Strategie (kölsche Redensarten übrigens auch nicht)
In der letzten Ausgabe meiner Kolumne ging es um das Lieferantenmanagement, somit passt das heutige Thema „Risikomanagement“ hervorragend, da es auch zu einem guten strategischen Einkauf dazugehört.
Haben Sie bereits ein Risikomanagement in Ihrem Einkauf eingeführt? Und wenn ja, wird dieses auch regelmäßig auf Stand gebracht und angepasst?
Denn was vor 2 Jahren noch zutreffend für den ein oder anderen Lieferanten war, muss heute nicht mehr stimmen und ist ggf. komplett überholt.
Und für alle die, die oben die Frage verneint haben: Warum haben Sie noch kein Risikomanagement im Einkauf? Woher wissen Sie, dass bei der Versorgung innerhalb Ihrer Lieferketten kein Risiko schlummert? Vertrauen Sie einfach auf die gute alte Kölsche Redensart „Et hätt noch emmer joot jejange“? Oder leben Sie doch eher nach dem Motto "Wat dä Boor nit kennt, dat friss hä nit“?
Optimismus und positives Denken, was letztendlich der ersten Kölner Redensart entspricht, sind feine Persönlichkeitsmerkmale und helfen definitiv im Leben weiter um gelassen zu bleiben.
Wenn jedoch die Fertigung stillsteht, weil Sie als Einkäufer ein Versorgungsrisiko nicht frühzeitig erkannt haben, dann hat das mit positiver Einstellung leider wenig zu tun. In einem sehr deutlichen und unmissverständlichen Rechtsdeutsch: Das ist grob fahrlässig.
Sollten Sie eher zur Fraktion 2 „Wat dä Boor nit kennt, dat friss hä nit“ gehören, dann sind Sie ja bereits auf einem guten Weg. Denn mit dieser Redensart bringt der Kölner lediglich sein Kopfschütteln über Leute zum Ausdruck, die nie etwas Neues ausprobieren wollen.
D. h. nur weil Sie es in den letzten Jahrzehnten versäumt haben ein professionelles Risikomanagement im Einkauf zu etablieren, weil Sie evtl. nicht genau wissen, wie das genau gehen soll und was zu tun ist, muss das nicht so bleiben.
Können Sie sich vorstellen wie entlastend es für Sie sein kann, genau zu wissen bei welchen Warengruppen Sie welches Risiko (Single Source, Erdbebenregion, Währungsschwankungen, Insolvenz,…) vorliegen haben um dann strukturiert diese mit entsprechenden Maßnahmen zu minimieren bis hin sie ganz zu eliminieren? Das klingt wohl mehr nach einer Strategie als darauf zu hoffen, dass nichts passiert. Denn Hoffnung ist nun wirklich keine Strategie!
Warten Sie nicht darauf, dass sich etwas von alleine verändert. Werden Sie selbst aktiv und holen Sie sich gegebenenfalls Unterstützung, um ein professionelles Risikomanagement im Einkauf zu etablieren.
Die erfolgreiche Implementierung darf dann auch gerne im Einkauf gefeiert werden, so ganz nach dem Motto "Drink doch ene met!"
Sollten Sie Hilfe oder eine Beratung brauchen, wie man das Thema Risikomanagement angehen kann, dann scheuen Sie nicht und schreiben mich auf folgender E-Mailadresse gerne an: jungnothing@durchdenkenvorne.de.