Durch Denken Vorne Consult GmbH
Alte Papierfabrik 26
40699 Erkrath

Anfahrt 

Sie haben Fragen?

Kontaktieren Sie uns!

+49 211 - 950 720 36
infonothing@durchdenkenvorne.de
Menü
Sind wir nicht alle jetzt schon ein wenig KI müde?
Geschrieben von:  Frank Sundermann | | Geschätzte Lesezeit 4 Minuten

Sind wir nicht alle jetzt schon ein wenig KI müde?

Zurück aus dem Weihnachtsurlaub und mit Schwung ins neue Jahr gestartet. Der Rechner wird eingeschaltet und von den zig Emails sind 90% zum Thema „Künstliche Intelligenz“. Wörter wie „LLM“, „Agentic AI“ oder „Cobots“ tauchen in beliebiger Permutation dort auf und versprechen das Heil in der Einkaufswelt. Und letztes Jahr wurde auf jedem Kongress und in fast jedem Vortrag von Künstlicher Intelligenz gesprochen. In LinkedIn finden sich dazu im Minutentakt neue Posts mit Vokabeln wie „jetzt“ und „must have“.

Mich erinnert das alles an die Zeit vor ca. 10 Jahren, wo die 4.0-Welle durch die Wirtschaft rauschte. Da musste auch alles „4.0“ sein und somit redete damals (und auch ich) vom „Einkauf 4.0“ und dem „internet of things“. Aus der Erfahrung dieser Jahre kann ich sagen, dass dieser Hype auch wieder nachgelassen hat und es mit der späteren Corona-Pandemie und dem Ukrainekrieg andere Themen gab, die wichtiger waren.

Und mal ganz ehrlich: Sind wir nicht alle jetzt schon ein wenig KI-müde?

Können wir die Heilsversprechen, die uns die Berater und Softwarefirmen zusagen, nicht mehr hören? Und gibt es keine anderen Themen in Ihrem Einkauf, die mindestens genauso dringlich sind?

Schieben wir doch einmal den KI-Glitzerstaub an die Seite und schauen genau hin. Mir fallen dort in vielen Einkaufsorganisationen folgende drei Themen auf:

1. Mitarbeiterqualifikation

Bevor ich das Team mit neuen künstlichen Mitarbeitern verstärke, sollte ich einmal schauen, wie es denn um die menschlichen steht. Dort zeigt sich häufig, dass hier zum einen Handlungsbedarf bei klassischen Themen wie „Verhandlung“, „Warengruppenmanagement“ und „Cost Engineering“ besteht. Zum anderen erkennen wir aber auch mehr und mehr, dass neben diesen fachlichen Trainings ein Coaching der Mitarbeiter und Führungskräfte bei ihren individuellen Themen weiterhilft.

2. Supply Chain

Die fehlenden Nexperia-Chips und die Export-Verknappung von seltenen Erden letztes Jahr haben gezeigt, wie schnell Engpässe wieder auftreten können und dann alle doch wieder wie ein Hühnerhaufen durcheinanderlaufen. Hinzu kommen die US-Zölle, die auch nicht wieder verschwinden. All dies sollte den Fokus auf das Thema „Supply Chain“ verstärken. Wo ist meine Beschaffungskette in einer großen Abhängigkeit und habe ich wirklich schon alle Alternativen (mit der Technik) dazu geprüft? Wie kann ich mir Stück für Stück, die Sublieferantenstruktur erarbeiten, um schneller reagieren zu können bei neuen Engpässen, die da sicherlich kommen werden?

3. Standing des Einkaufs

Es wird weiterhin von vielen Einkaufsleitern beklagt, wie schlecht das Standing des Einkaufs im Vergleich zu anderen Abteilungen im Unternehmen ist. Aber was tun Sie dagegen? Wo müssten Sie sich neu aufstellen und die Aufgabenprofile der Mitarbeiter auf die neuen Herausforderungen anpassen inkl. Qualifikation? Und was ist Ihr Plan, dass der Einkauf in die erste Liga der Abteilungen kommt und Sie als Einkaufsleiter Mitglieder der Geschäftsleitung werden? Meine Empfehlung: Schlagen Sie proaktiv ein Einsparungsprogramm vor und geben Sie dazu ein Commitment ab.

Es gibt sicherlich noch weitere Themen, die hier aufgelistet werden könnten. Entscheidend ist, dass Sie den Schwung aus dem Jahreswechsel nutzen und diese eigentlichen Themen angehen, bevor die KI-Beschallung an allen Ecken und Enden Sie wieder einlullt. Denn es gibt mehr zu tun, als „Cobots“ und „Agentic AI“ einzuführen.

 

Durch Information Vorne

Abonnieren Sie jetzt unseren Newsletter rund um den Einkauf und mehr!

Anmelden