Durch Denken Vorne Consult GmbH
Alte Papierfabrik 26
40699 Erkrath

Anfahrt 

Sie haben Fragen?

Kontaktieren Sie uns!

+49 211 - 950 720 36
infonothing@durchdenkenvorne.de
Menü
Nachhaltigkeitsberichtserstattung: Vor allem Bürokratie oder auch Chance?!
| | Geschätzte Lesezeit 4 Minuten

Nach­hal­tig­keits­be­richts­er­stat­tung: Vor allem Bürokratie oder auch Chance?!

In den vergangenen Monaten ist die Unsicherheit im Bereich der Regulierung zur Nachhaltigkeitsberichterstattung deutlich angestiegen. Leicht wäre es jetzt, alle bereits getätigten Maßnahmen und Strategien zu pausieren, oder gar einzustampfen. Warum eine solche Lösung jedoch nur im ersten Moment attraktiv erscheint und weshalb ein "Dranbleiben" auf lange Sicht die zielführendere Idee ist, werden wir anhand von verschiedenen Studien in den folgenden Absätzen skizzieren.

Allen voran sollte Nachhaltigkeit nicht auf reine Berichterstattung reduziert werden. Vielmehr geht es um die systematische Erhebung und Auswertung relevanter Daten, die Unternehmen in die Lage versetzen, ihr Geschäftsmodell langfristig resilienter, wirtschaftlicher und zukunftsfähiger zu gestalten. Laut einer aktuellen Studie wird Nachhaltigkeit zunehmend zum Kern der wirtschaftlichen Überlebensfähigkeit. Unternehmen, die nachhaltige Praktiken implementieren, können ihre Wettbewerbsfähigkeit langfristig sichern und ausbauen. Zwei maßgebliche Gründe hierfür sind:

1. Transparentere Kommunikation mit Banken und anderen Stakeholdern

Eine transparente Nachhaltigkeitsberichterstattung ist schon heute für viele Investoren und Geschäftspartner ein entscheidendes Kriterium im Tagesgeschäft. Eine strukturierte und nachvollziehbare Nachhaltigkeitsstrategie führt oft zu bevorzugten Konditionen bei Banken (z. B. vergünstigte Zinssätze oder flexiblere Finanzierungsbedingungen), Versicherungen und Kunden. Viele Finanzinstitute und deren Partnerunternehmen haben eigene Nachhaltigkeitsziele bereits fest im Geschäftsmodell verankert und sind somit daran interessiert, diese Ziele auch bei ihren geschäftlichen Kontakten nicht aus den Augen zu verlieren. Unternehmen, welche ihre ökologischen, sozialen und ethischen Standards transparent und nachweisbar erfüllen, vermitteln eine verantwortungsvolle Unternehmensführung und langfristige Rentabilität.

2. Gemeinsam zum Erfolg – Nachhaltige Beschaffung

Um eine langfristige Wettbewerbsfähigkeit zu gewährleisten, ist insbesondere das Thema der nachhaltigen Beschaffung zu beachten. Wissenschaftliche Forschungsergebnisse zeigen, dass nachhaltige Beschaffungsinitiativen durch die Berücksichtigung von Umwelt- und Sozialstandards das Risikomanagement verbessern und potenziell zu Kosteneinsparungen führen. Unternehmen, die Nachhaltigkeitspraktiken in ihre Beschaffungsstrategien integrieren, können außerdem ihre Markenreputation verbessern und sich als verantwortungsbewusste Marktteilnehmer positionieren. Eine weitere Studie ergab zudem, dass 44% der befragten Unternehmen bereit sind, höhere Preise für Anbieter zu zahlen, die sozial und ökologisch verantwortlich handeln.

Fazit

Trotz kurzfristiger, regulatorischer Unsicherheiten ist es für Unternehmen ratsam, ihre Nachhaltigkeitsstrategie konsequent weiterzuverfolgen. Dies erhöht nicht nur die Resilienz und Zukunftsfähigkeit des Geschäftsmodells, sondern verschafft zugleich Vorteile im Wettbewerb und im Zugang zu Kapital-, Beschaffungs- und Absatzmärkten. Ein „Dranbleiben“ an Nachhaltigkeit zahlt sich somit langfristig aus.

Autoren:

Univ.-Prof. Dr. Karina Sopp, retria GmbH

Professorin für betriebswirtschaftliche Steuerlehre und Entrepreneurship
Karina Sopp ist Inhaberin des Lehrstuhls für Entrepreneurship und betriebswirtschaftliche Steuerlehre an der Technischen Universität Bergakademie Freiberg und lehrt u.a. an der Universität Wien. Sie ist Verfasserin zahlreicher Publikationen u.a. im Bereich der Nachhaltigkeitsberichterstattung, Mitglied der AG Steuern des DRSC und wird regelmäßig zu Stellungnahmen zu Gesetze(svorhabe)n auf Anfrage von Mitgliedern des Bundestages und zu Fachvorträgen geladen.

Dr. Martin Altenburger, retria GmbH

Head of ESG-Team
Martin Altenburger beschäftigt sich mit Fragen der Unternehmenssteuerung, unter anderem im Kontext der Nachhaltigkeit. Er hat an der Wirtschaftsuniversität Wien promoviert und war anschließend an der Universität Wien sowie an der Webster Vienna Private University tätig, bevor er in die Unternehmensberatung gewechselt ist.

Durch Information Vorne

Abonnieren Sie jetzt unseren Newsletter rund um den Einkauf und mehr!

Anmelden