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5 Fragen an : Roberto Speranza, Lilium GmbH
| | Geschätzte Lesezeit 4 Minuten

5 Fragen an : Roberto Speranza, Lilium GmbH

Als Berater haben wir das Ziel, unsere Kunden bei ihren Herausforderungen zu unterstützen. Daneben ist es uns ein weiteres Anliegen, den Einkauf als Funktion aufzuwerten sowie Fach- und Führungskräften dabei zu helfen, voneinander zu lernen. Daher fangen wir heute unsere neue Reihe „5 Fragen an...“ an. Hierbei werden Führungskräfte im Einkauf zu den Themen Werdegang, Lieferanten, Corona und Digitalisierung befragt. Es werden immer die gleichen Fragen gestellt, damit man die unterschiedlichen Vor- und Herangehensweisen vergleichen kann.

Wie immer gilt: Feedback ist natürlich willkommen und wer sich daran beteiligen möchte, kann gerne auf uns zu kommen: 5Fragennothing@durchdenkenvorne.de

Roberto Speranza

Head of Technology Development Demonstration Procurement bei der Fa. Lilium GmbH, eines der weltweit bedeutendsten Start-Up Unternehmen im Bereich eAircraft Mobility.

1. Wie kamen Sie zum Einkauf?

Ich habe mein erstes Praktikum bei einem der Top-Zulieferer in der Automobilzulieferindustrie gemacht und habe sehr viel von dem damaligen Einkaufsleiter gelernt. Mir war zu diesem Zeitpunkt klar, dass ich diese Position irgendwann einmal ausführen möchte. Meine Erfahrungen – innerhalb der Autobranche als auch im Maschinenbau – haben mir verholfen, eine komplett neue Einkaufsorganisation bei einem der weltweit bedeutendsten Startups (Lilium) aufzubauen.

2. Was sind Lieferanten für Sie?

Prinzipiell sind Lieferanten Partner welche einen Anteil an der gesamten Wertschöpfung haben. In den letzten Jahrzenten ist der Trend zum Outsourcing gleichzeitig eine Herausforderung der digitalen Art zwecks operativer Steuerung der Lieferprozesse und frühzeitige Einbindung im Produktentstehungsprozess geworden. Die Komplexität zwischen Kunde und Lieferant wird prinzipiell immer durch den  Anteil an zusätzlicher Design-Übertragung (Systemverantwortung) definiert – sie kaufen nicht nur den Herstellprozess, sondern zusätzlich Intellectual Property ein. Diese technologischen Beschaffungsmärkte sind essentiell und für den Erfolg des Kunden unverzichtbar.

3. Wie hat Corona den Einkauf bei Ihnen verändert und welche Maßnahmen wurden getroffen?

Wir sind natürlich betroffen aber eher indirekt. Im Gegensatz zu unseren Lieferanten tätigen wir keinen Umsatz und befinden uns mit einflussreichen Größen im Aufbau von Partnerschaften – diese sind maßgeblich am Gesamterfolg (Know-How Ressourcen und Risk Sharing) beteiligt. Insofern ist es eklatant wichtig, dass diejenigen eine gesunde wirtschaftliche Basis besitzen.

4. Was machen Sie im Bereich Digitalisierung bzw. was ist Ihr persönlicher Schlachtplan für das Thema?

Wir bei Lilium nähern uns dieser Thematik mit kleinen Schritten. Wir haben den Vorteil mit einem neuen ERP-System sämtliche moderne Aspekte mit zu berücksichtigen, wie beispielsweise: E-Commerce, digitale Anbindung von Lieferanten bei der Entwicklung, optimiertes RfQ-Management, Cost Value Engineering, Lieferantenselbstauskünfte etc.

Nichtsdestotrotz werden wir das Ganze Schritt für Schritt angehen – selbst das teuerste digitale System muss die Schnittstellen der vielen Lieferanten berücksichtigen. Das müssen sie managen und benötigen geeignetes Fachpersonal (vom Contract Manager bis zum technischen Schnittstellenkoordinator). Der Schlüsselweg ist eine Vision zu haben und diese in realistischen Schritten auszubauen.     

5. Was ist Ihre Frage an uns?

Man geht davon aus, dass die Corona-Pandemie mittelfristig zu vielen Insolvenzen führen wird, was natürlich erhebliche Auswirkungen auf den Einkauf haben wird. Wir achten daher nun sehr stark auf etwaige Zeichen einer drohenden Insolvenz bei unseren Lieferanten.

Da ich jedoch davon ausgehe, dass wir zukünftig öfters mit solchen Risikofaktoren umgehen müssen, wäre meine Frage:
Welche Tipps hätten Sie für eine einfache und schnelle Einführung eines Risikomanagements?

Antwort von Durch Denken Vorne Consult:

Bei der Einführung eines Risikomanagements ist es zunächst einmal wichtig, strukturiert vorzugehen: Im ersten Schritt werden alle möglichen Risiken gesammelt und nach Themenfeldern gruppiert. Danach werden die Warengruppen und/oder Lieferanten auf Basis dieser Risiken analysiert und die möglichen Schäden identifiziert. Nun geht man am Besten nach der FMEA-Methode vor und schätzt die Eintrittswahrscheinlichkeit der Risiken und die Höhe des möglichen Schadens ein. Das Ergebnis nutzt man zur Priorisierung der Risiken und definiert dann mögliche Maßnahmen zur Reduzierung oder sogar Vermeidung des Risikos und/oder des Schadens und arbeitet diese ab. Wichtig: Kontrollieren Sie die Ergebnisse der durchgeführten Maßnahmen! Hat die Maßnahme zu einer Verbesserung geführt oder nicht?

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