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Cost Engineering ist mehr als Kalkulieren
Geschrieben von:  Harald Schnitzler | | Geschätzte Lesezeit 3 Minuten

Cost Engineering ist mehr als Kalkulieren

Kennen Sie den?

Ein Geschäftsführer sucht einen neuen Controller. Es bewerben sich, ein Mathematiker, ein Theologe und ein Cost Engineer. Alle drei sollen beim Vorstellungstermin die Gleichung 3*6 berechnen. Jeder konnte sich in einen Raum zurückziehen. Der Mathematiker kam nach 1 Minute heraus. „18! Ich bin mir sicher“. Nach 30 Minuten kam der Theologe heraus und meinte, dass er fest daran glaube, dass das Ergebnis die 20 nicht überschreiten würde und bestenfalls 2 Zahlen kleiner wäre. Nach 1 Stunde wurde beim Cost Engineer geklopft. Er kam heraus, schaute sich um, zog alle Vorhänge vor, trat dicht an den Geschäftsführer ran und stellte die Frage, „was soll denn herauskommen?“

Ich habe anfänglich darüber gelacht. Aber jetzt tue ich das nicht mehr. Denn, wir Cost Engineers denken nicht alleine in mathematischen Annahmen oder Modellen, das sind allenfalls unsere Werkzeuge, sondern unsere Aufgabe ist es, dem Kunden ein Produkt zu erschaffen, in das er den besten Wert für sich findet, den besten Gegenwert für sein Geld. Und dafür muss er wissen, was das Ergebnis sein muss. Was will der Kunde und was ist er bereit zu zahlen?

Nicht nur Produktkostenkalkulation

Die „Mathematiker“ unter den Cost Engineers bieten Produktkostenkalkulation an. Also identifizieren sie Kostentreiber und zeigen Einsparpotenziale auf, aufgrund eines Vergleichs mit dem angeblichen Best-in-Class-Process oder dem Green-Field-Estimate.

Dafür zerlegen sie Produkte und Bauteile sowie ganze Fertigungsprozesse für kaufmännische und technische Bewertungen. Zentrale Frage ist: Was kostet ein Produkt in der Fertigung? Ob die Kosten aber effektiv für das Endprodukt sind, also den größten Nutzen, bei geringsten Kosten darstellen, das wird nicht geklärt. So macht man aber nur Einsparungen innerhalb des Fertigungsprozesses.

Cost Engineering hat etwas mit Kundenorientierung zu tun

In meinen Augen hat Cost Engineering dagegen das Ziel, kundenorientierte Produkte zu entwickeln und gleichzeitig ein wertorientiertes Kostenmanagement zu gewährleisten. Für welche Funktionen ist der Kunde bereit, was zu zahlen? Und dabei wird die ganze Kundenkette betrachtet, also vom Marketing bis zum After Sales sind alle Bereiche involviert. Wertorientiertes Kostenmanagement bedeutet dabei das Erreichen eines optimalen Kundennutzens bei gleichzeitiger Optimierung der anfallenden Kosten im Rahmen der Entwicklung neuer und Überarbeitungen bestehender Produkte, aber auch im Rahmen der Mitgestaltung durch Lieferanten.

Unterstützende Methoden können hierbei sein:

  • Design-to-Value /  Design-to-Cost
  • Target Costing
  • Benchmarkanalysen
  • Wertanalyse
  • Design for Manufacture and Assembly
  • etc.

Und bitte, Kalkulationssoftware ist ein Werkzeug, aber sicherlich keine Lösung oder Methodik.

Arbeiten in interdisziplinären Teams ist Voraussetzung

Cost Engineering kann es nicht geben, ohne über den Tellerrand zu schauen. Eine Zusammenarbeit in interdisziplinären Teams ist damit Voraussetzung für ein optimales Ergebnis. Die Methoden wie oben erwähnt sowie Know-how über Fertigungsverfahren oder wirtschaftliche Zusammenhänge sind dann dafür die ergänzenden Hilfsmittel.

Und das drückt auch der Witz aus. Was ist das Ziel? Die Nutzung von Mathematik oder der Glaube (z.B. das Bauchgefühl oder die Erfahrung) können nur kleine Teile der Methode sein. Das Erste, das feststehen sollte, ist das Ziel. Das gilt es gemeinsam zu bestimmen. Und alles weitere ist der Erreichung dieses Zieles unter zu ordnen.

 

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